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Bericht zur Eröffnung des

United Buddy Bear Kreises

in Berlin vom 15. Juni bis 30. Juli 2006

Gehört hatte ich zum ersten Mal im vorigen Jahr, dass unsere Bären im Juni in Berlin ihren großen Auftritt haben sollen und dann auch noch auf dem Bebelplatz, einem der schönsten Plätze Berlins. Im März dieses Jahres bekam ich die Information, dass dreißig neue United-Buddy-Bears gestaltet werden sollen. Laut Absprache mit Frau Hagen erhielt ich Faxe, in denen stand, wer für welches Land und wo, ob bei sich zu Hause oder im Depot, den Bär gestalten wird. Ich setzte mich dann mit der Künstlerin oder dem Künstler die in Berlin wohnen in Verbindung und machte jeweils zwei Fototermine mit ihnen aus. Einmal während der Gestaltung und einmal mit dem fertigen Bär, dem Künstler/in und manchmal noch mit dem Botschafter des Landes. Unser Depot entwickelte sich zum Großraumatelier. Hier trafen sich alle Künstler/innen, die direkt von ihrer Botschaft gebeten wurden, für ihr Land einen United-Buddy-Bear zu gestalten. Fast jeden zweiten Tag fuhr ich von Tempelhof nach Gartenfeld in Spandau und sogar noch am Wochenende, um alles mit der Kamera festzuhalten. Bis zu zehn Künster/innen waren manchmal zusammen im Großraumatelier und gestalteten ihre Bären, was ihnen sehr viel Spaß machte. Sie waren unter anderen aus Kirgisien, der Schweiz, Ägypten, den Arabischen Emiraten, Bhutan und so weiter. Alle verstanden sich großartig, wie auch unsere Bären es zeigen: friedlich Hand in Hand. So wurde zusammen Pause gemacht, Adressen getauscht und auch die mitgebrachten Arbeiten angesehen und Ideen ausgetauscht. Vater und Sohn Bitter versorgten alle liebevoll mit Getränke, Süßes und Salziges, damit es ihnen gut ging. Wenn ein Bär fertig war, ließ sich auch hier der eine oder andere Botschafter sehen und fotografieren. Meistens war ich informiert, wenn ein Botschafter kam. So bereitete ich immer Fotos vor und ließ mir vom Botschafter ein Autogramm geben. Ich hatte mir eine Mappe angelegt, in die ich die Faxe in Klarsichthüllen steckte, für jedes Land eine, druckte dann Fotos aus und ließ mir von allen Künstlerinnen und Künstlern Autogramme geben. Sie bekamen auf Wunsch auch welche ausgedruckt oder per E-Mail zu sich nach Hause geschickt. Ich hatte mit allen Visitenkarten ausgetauscht. Wenn ein Künstler fertig war, durfte ich mir auch mal eine der Skizzen mitnehmen die zurückblieben.

Wie auch schon 2002 und 2003 wurden auch diesmal wieder Künstlertreffen abgehalten, in einer Pizzeria am Nollendorf platz. Ich nahm meistens meine Mappe mit, die von allen bewundert wurde. Einmal brachte ich meinen Fotodrucker mit, machte Gruppenaufnahmen, druckte sie gleich aus, klebte sie auf Pappe und ließ alle noch einmal unterschreiben. Viele staunten, dass die Fotos von diesen Abend und schon fertig waren. Auch hier hatten wir alle viel Spaß.

Inzwischen waren auch die Weltenbummler in Berlin eingetroffen. Leider hatte man vergessen mich zu informieren und so gibt es keine Fotos von der Ankunft. Bei meinen nächsten Besuch im Depot begrüßte ich erst mal alle. Sie waren ausgepackt und wurden nun von Andrej Bitter restauriert. Kuba brauchte zum Beispiel eine neue Zigarre, die USA eine neue Flamme, Kanada einen neuen Kaffeekannendeckel und so weiter. Zur Eröffnung am 15.Juni musste alles fertig sein. Wir hatten die zweite Woche im Juni und die Vorbereitungen für den Auftritt liefen auf Hochtouren. Im Buddy-Bär-Büro war kaum noch jemand ansprechbar, denn es mussten ca. 300 Einladungen geschrieben werden, an Botschafter, Sponsoren, Künstler/innen sowie einige Politiker aus unserer Stadt.

Ab 12. Juni wurden die Bären von Studenten in Folie gepackt, und so viel wie möglich vom 1. Stock, wo sie zurzeit standen, ins Erdgeschoss gebracht. Am 13. Juni wurden 4 Lkws mit Betonplatten und den ersten 48 UBBs beladen und zum Bebelplatz gebracht. Hierfür hatten wir den Sponsor Haberling als Transporter und zum Aufstellen Helfer der Freiwilligen Feuerwehr und dem THW. Sie legten die Platten aus, luden die Bären ab, schraubten sie an und befestigten danach die Namensschilder. Da die Bären alphabetisch aufgestellt werden, hatte hier in Berlin der eine oder andere Bär einen anderen Nachbar als in Sydney, da dort das ABC etwas anders lautet als hier. Während des Aufbaus kamen schon viele Schaulustige und fotografierten die Bären und ließen sich mit den Bären ablichten. Obwohl wir versucht hatten abzusperren (weiß-rotes Band), kamen sie in Scharen. In Deutschland fand auch noch die Fußball-Weltmeisterschaft statt und in Berlin waren entsprechend viele Touristen, die sich mit den Bären ihres Landes fotografieren ließen. So sah ich eine Familie aus Schweden und aus Argentinien einige Herren mit entsprechendem Bär, die ich auch auf meiner Webseite veröffentlichen durfte. Die Presse schickte auch einige Reporter, wie man am nächsten Tag sehen und lesen konnte. Das Wetter meinte es sehr gut, beinahe zu gut mit uns, es war immer um die 30 Grad und mehr. Getränke waren aber genügend da und zum Mittag wurde Pizza geliefert und verspeist. Es verlief alles zu unserer Zufriedenheit und es klappte mit dem Aufstellen. Ich war auch mal in der Bibliothek der Uni für Juristik, um von der zweiten Etage aus dem Fenster Fotos zu machen. Leider konnte man nie den gesamten Platz aufnehmen. So ging ich zu den im Bau befindlichen Hotel der gegenüber der Humboldt-Universität entstand und fragte mich nach dem Verantwortlichen von HochTief durch. Ich konnte ihn aber nur per E-Mail erreichen und hatte Glück: Wir machten zum 19. Juni zu 10 Uhr einen Termin aus, denn von dort konnte man den kompletten Kreis fotografieren.

Am 15. Juni war Eröffnung. Ich hatte meine Freundin Brigitte und ihren Mann aus Spandau eingeladen, unter anderen auch, damit ich einen zweiten Fotografen hatte. So ergab sich die Gelegenheit, dass sie mich mit Botschaftern und Künstlern mit deren Bären fotografierte und ich auch mal Bilder von mir hatte. Gleich zu 8.30 Uhr kam mit uns Frau Herlitz, die Mutter aller Buddy-Bären und brachte Frau Oetker aus Hamburg mit. Frau Oetker hatte den Bär "Respect for all life" gestaltet. Ich stellte Brigitte und mich vor und bat sie um ein Foto Shooting an ihrem Bär, wozu sie auch einwilligte. So hatte ich, bevor die Eröffnung um 10.30 Uhr begann, den einen oder anderen Botschafter mit Künstler/in fotografieren können. Aus der Politik waren die Berliner Justizsenatorin Karin Schubert sowie die Bundesministerin für Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, erschienen. Ich hatte Fotos vorbereitet, um wieder meine Autogramme zu bekommen. Frau Schubert amüsierte sich köstlich über meine Fotomontage, weil sie da auch das Kostüm trug, was sie wieder anhatte. Auch Frau Wieczorek-Zeul gefiel ihr Bild sehr gut. Als die Ansprachen begannen, ging ich mit Brigitte in den Garten der Uni und stellte den von mir mitgebrachten Fotodrucker auf den Tisch. Wir suchten im Display meiner Kamera Fotos raus, die ich drucken wollte. Nach einem guten Kaffee gingen wir mit den ausgewählten Fotos wieder raus zur Feier: Zwei von Frau Oetker und zwei vom Guatemala-Bären. Ich ging zu Frau Oetker, schenkte ihr ein Foto und eines ließ ich mir unterschreiben, was sie richtig gut fand. Das Gleiche beim Botschafter von Guatemala. Nach den Reden wurden die geladenen Gäste gebeten, sich in eine Reihe zu stellen und mit der Schere die sie bekamen ein Seidenband zu durchschneiden. Es machte allen viel Spaß und es wurde viel gelacht. Danach begaben sich alle in den Kreis und ließen sich von den Fotografen ablichten. Brigitte war mit ihren Mann inzwischen gegangen, es war ihr zu heiß. Ich blieb solange, bis sich die Künstler/innen zum Gruppenbild zusammen trafen und fotografieren ließen.

Danach verabschiedete ich mich von den einen und anderen und ging zur Pressestelle der Humboldt-Universität. Dort bat ich um Erlaubnis, den Kreis der UBBs von oben zu fotografieren zu dürfen. Es war kein Problem, ich sollte mich nur mit dem Wachpersonal verabreden. So trafen wir uns einen Tag später, am 16. September. Ich musste nur noch ein Schreiben unterzeichnen, dass ich alles auf eigene Gefahr unternahm, da die Bretter sehr wacklig sein sollen. Ich stutzte etwas, von wegen "lose Bretter", wurde aber schnell darüber aufgeklärt. Zwei Wachmänner und ich gingen bis unter das Dach und dann durch eine Dachluke nach oben. Nun war ich doch ein wenig überrascht, denn ich dachte, ich könnte zwar unter dem Dach aus einem Fenster fotografieren. Durch die Luke sah ich nun auch die etwas losen Bretter, die der eine Wachmann locker betrat. Der andere war mit meiner Fototasche unten geblieben. Ich lehnte den Gang auf den Brettern sofort ab denn so mutig war ich nicht und lief zwischen Regenrinne und sehr schmalen Pfad zwischen Rinne und Geländer. Wir mussten einen längeren Weg gehen, um zu den Figuren zu kommen, von wo man aus den Kreis wunderbar sehen und fotografieren konnte. Die Aussicht war einfach klasse und die Strapazen hatten sich gelohnt. Natürlich sind diese Fotos einmalig und sehr gut angekommen.

Am 19. Juni um 10 Uhr traf ich mich mit dem Project Manager von HochTief, wir gingen nach oben auf die Terrasse und ich machte meine Fotos. Auch von hier war der Blick auf den Kreis sehr schön, aber von der Uni war er einmalig. Was ich toll fand war, dass mir der Manager noch die fertigen Räumlichkeiten zeigte und ich mir so von dem werdenden Hotel eine Vorstellung machen konnte. Leider musste ich mich kurz vor 11 Uhr verabschieden, denn es hatten sich die amerikanische Schauspielerin Mia Farrow (seit September 2000 UNICEF-Botschafterin) mit ihren Sohn Ronan, aus der Ehe mit Woody Allen, angesagt. Sie kam von den wartenden Presseleuten und Fans unbemerkt an. Ich hatte sie erkannt und sprach sie schon mal an, weil Dr. Herlitz und seine Frau von der entgegengesetzten Seite kamen. So konnte ich mir in Ruhe meine vorbereiteten Montagebilder unterschreiben lassen. Dann übernahm Frau Herlitz die Begrüßung und der Rundgang begann. Presse und alle Fotografen kämpften sich durch um DAS Bild zu machen. Es ist immer das gleiche, man muss ganz schön die Ellenbogen benutzen, um gute Fotos machen zu können. Nach gut einer halben Stunde war alles vorbei und ich fuhr in das Büro von Buddy-Bär und lieferte die Fotos ab. Danach erholte ich mich zu Hause und gab die Fotos ins Internet auf meine Webseite.

Immer wenn ich in den folgenden Wochen mit der U-Bahn Richtung Alt-Tegel fuhr, stieg ich zwischendurch in der Französchen Straße aus und besuchte den Kreis. Sonntags traf ich fast immer die Eltern der Bären, das Ehepaar Herlitz, an. Auch schickte ich den einen und anderen Touristen hin. Wenn diese mich nach einem Weg fragten, kam von mir immer noch der Hinweis zu diesen Kreis. Musiker fanden unsere Bären wohl auch ansprechend, um dort zu musizieren. So waren Dazaa und seine Band, eine Französische Jazz-Gruppe und die Trommler "YAMATO" the Drummers aus Japan, die für ihren Auftritt in der Deutschen Oper zur Werbung trommelten. Für diese Werbung waren wieder Presse, sogar das Fernsehen erschienen, was abends zu sehen war. So vergingen die Wochen und der Abschied kam. Dazu waren alle Künstlerinnen und Künstler zum Bebelplatz eingeladen worden. Es wurden Bänke aufgestellt, die gleich von den Besuchern in Anspruch genommen wurden. Für uns gab es Brezeln, Getränke und Käse und damit setzten wir uns zu den Besuchern und nahmen Abschied. Nachdem viele Besucher mitbekommen hatten, dass hier die Künstler/innen anwesend waren, kauften sie sich noch schnell einen Katalog und ließen sich Autogramme geben. Auch ich hatte wieder den Fotodrucker mit, druckte acht Bilder aus, klebte sie auf eine größere schwarzen Pappe und ließ mir mit dem silberfarbenen Stift Autogramme geben.

Am 30. Juli begann der Abbau, wieder mit den Mitarbeitern der Freiwilligen Feuerwehr und dem THW. Die Fa. Haberling transportierte alles in das Depot in Spandau und ich begleitete alles mit der Kamera. Die Tage danach musste Andrej Bitter restaurieren, wobei der Bär für Brasilien die meiste Arbeit machte. Die Perlenkette musste erneuert werden, es fehlten schon sehr viele Stücke. Dazu nahm er alle ab und malte die Perlen rauf, was vielleicht etwas länger hält. Die netten Studenten fingen an, die Bären in ihre Kisten zu packen, die Namen des jeweiligen Landes standen schon durch die anderen Reisen drauf. Am 23. und 24. August wurden sie zur Bahn nach Großbeeren gebracht und nach Wien gefahren.

Berlin, das war ein großer Erfolg. Über eine Million Menschen hatten die Bären besucht und ich werde sie in Wien wieder begrüßen düfen.

Fotos

 


© Website + Fotos: Doris Rieck